Information zum Umgang mit TS Tieren

Allgemeine Hinweise für den Umgang mit einem Tierschutztier

Es wird ein Lebewesen bei Ihnen einziehen, das meist nicht aus wohlbehüteten Umständen stammt, das noch nicht viel kennt und eine lange, stressige Reise hinter sich hat. Manche Tiere stecken die mit dem Umzug verbundene Umstellung locker weg und lassen sich auf alles Neue freudig ein. Andere sind ängstlich oder stehen unter erheblichem Stress. 

Versuchen Sie, sich in das Tier hineinzuversetzen: Meist kennt es noch wenig bzw. nichts vom Leben in Deutschland – Gerüche, Geräusche, Verkehr, Menschen – all das ist neu und macht es unsicher. Wenn das Tier aus einer Pflegestelle zu Ihnen gezogen ist, haben Sie es dort ganz entspannt kennengelernt. Aber jede Veränderung stellt für das Tier Stress dar.

Haben Sie genug Geduld und Verständnis dafür, dass der Hund nicht gleich der „perfekte Begleiter“ ist, den Sie sich wünschen und die Katze sich nicht gleich kuscheln lässt.

 Manche Tiere lassen sich am Anfang ungern berühren und schnappen sogar aus Überforderung. Solche Tiere sollten anfangs in Ruhe gelassen werden und Zeit haben, auf Sie zuzugehen! Erfahrungsgemäß gibt sich dieses Verhalten nach kurzer Zeit, wenn Grundvertrauen aufgebaut ist. Ggf. können Sie in der ersten Zeit ein gut sitzendes Brustgeschirr auch in der Wohnung anlegen und eine kurze Leine daran befestigen. So können sie das Tier jederzeit gefahrlos greifen und führen.  

Lässt es Ihr Alltag/Ihre Geduld zu, dem Tier die benötigte Zeit zu gewähren, Vertrauen aufzubauen?   Können Sie sicherstellen, dass das Tier anfangs nicht mit Kindern alleingelassen wird?

 

Stubenreinheit kann noch nicht vorausgesetzt werden. Vielfach lösen sich Tiere anfangs erst einmal in Ihrer „sicheren Wohnung“, auch wenn sie „an sich“ schon längst stubenrein sind. In der Regel lernen die Tiere Stubenreinheit schnell (wieder), dennoch kostet dieses Verhalten Nerven und fordert dem Besitzer einiges an Geduld ab.  Gewöhnen Sie das Tier an regelmäßige Zeiten, gehen Sie vor dem Schlafengehen noch einmal mit dem Tier. Wir empfehlen Ihnen, anfangs auf lange, abwechslungsreiche Spaziergänge zu verzichten und nur kleine Gänge zu unternehmen, z.B. in den eigenen Garten oder zu vertrauten Plätzen wie einen Baum o.ä.. Erst, wenn sich Ihr Hund draußen ohne Angst bewegt und löst, können Sie die Spaziergänge langsam ausdehnen!  Haben Sie die Geduld, dem Tier die Zeit zu geben, die Stubenreinheit (wieder) zu lernen? 

 

Die Tiere bedürfen nach ihrer Ankunft oft einer grundlegenden Fellpflege. Bitte achten Sie beim Baden des Tieres darauf, dass es sich anschließend nicht verkühlt! Durch den stressigen Transport sind manche Tiere ohnehin geschwächt, sodass Infekte leichtes Spiel haben.

 

Sicherheit geht vor !!!

Zu häufig kommt es vor, dass Tierschutztiere in der ersten Zeit nach ihrem Umzug entlaufen. Die Gründe sind vor allem Unachtsamkeit und die Unterschätzung der Ängste des neu angekommenen Tieres. Ein Tier, das noch keine feste Bindung zu Ihnen aufgebaut hat, lässt sich kaum wieder einfangen! Viel Kummer – teure Suchaktionen, Unfälle – und sehr oft der Tod des Tieres– sind die Folge und belasten fortan alle Beteiligten!

 

Es muss unter allen Umständen verhindert werden, dass ein Tier entläuft. Dazu müssen Sie alle folgenden praktischen Handlungsanweisungen, in den ersten (mind.) 6 Wochen zuverlässig umsetzen und Sorge dafür tragen, dass alle zum Haushalt gehörenden Menschen sich ebenfalls daran halten! Achten Sie dabei besonders auf Kinder!

 

  • In der Wohnung müssen Sie alle Türen und Fenster, auch Veluxfenster (!) so sichern, dass kein Tier herauslaufen bzw. -springen kann.
  • Sichern Sie das Tier immer zuverlässig, bevor Sie jegliche Außentüren öffnen! Auch, wenn Sie heimkommen!
  • Lassen Sie den Hund auf dem Nachhauseweg von der Übernahme nicht aus der Box / aus dem Auto. Niemals an der Autobahn etc. anhalten und das Tier dort Gassi führen.
  • Überprüfen und sichern Sie einen evtl. vorhandenen Garten im Vorfeld sehr sorgfältig im Hinblick auf jede noch so unwahrscheinlich erscheinende Fluchtmöglichkeit (z.B. kleinste Löcher in Zaun / Hecke vorhanden? Zaun hoch genug?). Achten Sie darauf, dass jeder Besucher die Zugänge jederzeit zuverlässig schließt.
  • Lassen Sie das Tier anfangs nur mit Schleppleine in den Garten, die Sie festhalten! Sonst könnte es passieren, dass Sie Stunden brauchen ihren neuen Mitbewohner wieder in die Wohnung zu bekommen.
  • Viele der Tiere verfügen noch nicht über angemessene Leinenführigkeit bzw. können bei unbekannten Eindrücken (Autos, Verkehrslärm, Passanten, Kinder,…) unversehens in Panik geraten. In Panik geratene Hunde befreien sich sehr schnell aus einem herkömmlichen Geschirr! Aus diesm Grund empfehlen wir Sicherheitsgeschirre, diese müssen sehr eng anliegen, alle Verschlüsse müssen intakt sein! Benutzen Sie keine Flexileine!
  • Kein Kind darf mit dem Gassigehen beauftragt werden oder eine Leine halten.
  • Niemals einen Hund vor einem Geschäft o.ä. angeleint zurücklassen.
  • Lassen Sie ein Tier, das nicht hundertprozentig auf Sie hört, niemals von der Leine, schon gar nicht an Straßen!

 

Ich habe die Hinweise (zwei Seiten) sorgfältig gelesen und verstanden und akzeptiere die Bedingungen, unter denen mir das Tier vermittelt wird. Ich sichere zu, die aufgeführten Handlungsanweisungen umzusetzen.

 

Für alle Fragen steht Ihnen das Team von Anytime for Animals e.V. jederzeit zur Verfügung!

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