Information zur Aufnahme eines Tierschutztieres

Das Leben mit Tieren wird durch diese bereichert und soll alle glücklich machen, Mensch und Tier. Bitte überlegen Sie sich daher ganz genau, ob sie bereit sind ein Tier aufzunehmen. Tiere sind, genau wie wir Menschen, Lebewesen und möchte mit Respekt und Liebe behandelt werden, sie sind kein  Spielzeug noch eine Kurzzeitverpflichtung. Die Haltung eines Tieres setzt ein hohes Maß an Verantwortung voraus und erfordert Zeit, Geduld und Geld. Ferner kann es im Zusammenleben mit einem Tier immer zu Problemen (z.B. Erkrankungen, Verhaltensauffälligkeiten) kommen.

Stellen Sie sicher, dass Ihr Lebensstil die Zeit, Geduld und Ausgaben zulässt, die das Tier während der nächsten zehn Jahre oder länger braucht. Denken Sie über folgende Aspekte nach, bevor Sie sich für ein Tier entscheiden.

Bitte bedenken Sie die folgenden Aspekte bevor Sie sich für ein Tier entscheiden:

 Die erste Zeit mit dem neuen Tier.

Es wird ein Lebewesen bei Ihnen einziehen, das meist nicht aus wohlbehüteten Umständen stammt, das noch nicht viel kennt und eine lange, stressige Reise hinter sich hat. Manche Tiere stecken die Reise und die damit verbundene Umstellung locker weg und lassen sich auf das Abenteuer Leben mit Neugier und Freude ein. Andere sind schüchtern oder gar ängstlich und trauen sich anfangs gar nichts zu. In der ersten Zeit sollte das aufgenommene Tier bei Ihnen zur Ruhe kommen können, um die vielen neuen Eindrücke leichter zu verarbeiten. In jedem Fall sollten Sie Ihr Tier mit Ruhe und Geduld seinen jeweiligen Charaktereigenschaften entsprechend an Neues heranführen, sodass es je nach seinen Fähigkeiten mit der Vielfältigkeit eines Lebens in Deutschland vertraut wird. Haben Sie dabei sowohl mit dem Tier als auch mit sich selbst Geduld; lassen Sie sich Zeit, als Team zusammenzuwachsen!

Besonders in den ersten Wochen sind manche Neuankömmlinge verunsichert und geraten schneller mal in Panik. Sie müssen erst einmal in ihrem neuen Leben ankommen und die Sicherheit verinnerlichen, in der sie sich nun in ihrem neuen Zuhause befinden. In den ersten Wochen besteht daher akute Gefahr, dass das Tier in Panik gerät und fortläuft – auch, wenn Sie dies niemals vermuten würden! Es muss unter allen Umständen verhindert werden, dass sich ein Tier losreißt oder flüchtet, denn ein Tier, das noch keine Bindung zu Ihnen aufgebaut hat bzw. das noch scheu ist, lässt sich kaum wieder einfangen!

In der Wohnung sollten Sie in der Anfangszeit alle Türen und Fenster sichern, sodass Ihr Tier nicht herausspringen bzw. laufen kann.

Zusätzlich bei Hunden:

Bitte überprüfen und sichern Sie einen evtl. vorhandenen Garten sehr sorgfältig im Hinblick auf jede noch so unwahrscheinlich erscheinende Fluchtmöglichkeit (Hecken, Zäune, Pforten etc.).

Bedenken Sie, dass viele der Hunde noch über keine angemessene Leinenführigkeit verfügen und / oder sich bei unbekannten Eindrücken (Autos, Verkehrslärm, entgegenkommende Menschen) erschrecken können. Das kann zu Panikreaktionen führen. Hier müssen Sie Sorge dafür tragen, dass sich das Tier nicht aus dem Geschirr befreien bzw. Ihnen die Leine nicht aus der Hand fallen kann.

Bitte benutzen Sie gerade am Anfang keine Flexileine! Ein Hund, das sich losreißt und eine klappernde Flexileine hinter sich herzieht, wird nicht mehr aufhören zu rennen! Bitte lassen Sie keine Kinder allein mit dem neuen Hund spazierengehen!

Weiterhin empfehlen wir Ihnen, anfangs auf lange, abwechslungsreiche Spaziergänge zu verzichten und nur kleine Gänge zu unternehmen, gern auch im eigenen Garten oder zu vertrauten Plätzen wie einen Baum oder ein kleines Rasenstück. Erst, wenn sich das Tier draußen ohne Angst bewegt und löst, sollten Sie die Spaziergänge langsam ausdehnen!

Hunde und Katze

In jedem Fall sollten Sie Ihr Tier mit Ruhe und Geduld seinen jeweiligen Charaktereigenschaften entsprechend an Neues heranführen, sodass es je nach seinen Fähigkeiten mit der Vielfältigkeit eines Hundelebens in Deutschland vertraut wird. Haben Sie dabei sowohl mit dem Tier als auch mit sich selbst Geduld; lassen Sie sich Zeit, als Team zusammenzuwachsen! Hunde und Katzen werden alt, sie können 15 Jahre und älter werden. Das Tier kann im Laufe seines Lebens erkranken. Besonders ein älterer Tier kann mit Gebrechen verschiedener Art auch Ihren Geldbeutel belasten.

 

Alter

Die von uns vermittelten Tiere verfügen im Impfausweis über ein Geburtsdatum, das durch einen approbierten Tierarzt im entsendenden Land eingetragen wurde. Es kann sich jedoch nur um eine Schätzung handeln, da über die Herkunft der Tiere oftmals wenig bekannt ist! Die Angaben im Pass können daher von dem tatsächlichen Alter in beide Richtungen abweichen. Zahnbeläge – oft ein Hinweis für das Alter eines Hundes – können z.B. auch durch mangelhaftes Futter (z.B. Speisereste, Abfälle) im Ursprungsland entstehen und geben daher keinen sicheren Anhaltspunkt für das Alter des Tieres! Für die Dauer seines Lebens sind SIE sein Lebensmittelpunkt. Sie gehen mit der Anschaffung eines Tieres somit eine hohe Verantwortung ein. Besonders ein erwachsenes Tier abzugeben, ist für das Tier nicht zu verstehen und verläuft entsprechend traumatisch. Ihr Hund wird Sie bedingungslos lieben, und seine Welt wird zusammenbrechen, wenn Sie ihn weggeben – gleich aus welchen Gründen. Dies ist also unbedingt zu vermeiden, insbesondere bei Tieren aus dem Tierschutz, die in ihrem Leben bereits erlebt haben, abgeschoben zu werden bzw. ungeliebt zu sein. Daher sollten Sie sich wirklich sicher sein, dass Lebensstil und -planung (z. B. Reisefreude, Familienplanung, berufliche Perspektive etc.) die jahrelange Fürsorge für ein Lebewesen ohne Wenn und Aber zulässt, das vollständig von Ihnen abhängig ist. Familienmitglied ohne Wenn und Aber Was ist, wenn sich Ihre berufliche Planung ändert? Wenn Sie umziehen und Ihr neuer Vermieter keine Hundehaltung erlaubt? Wenn Sie meinen, keine Zeit mehr für das Tier zu haben? Es ist nicht hinnehmbar, ein Haustier aus dem Grund, weil sich Ihre Lebensplanung ändert, abzugeben. Es kann in Einzelfällen gewichtige Gründe geben, die es notwendig machen, ein Tier wegzugeben. Bitte machen Sie sich klar, dass Sie auch Ihre Kinder niemals abschieben würden, nur weil sich Ihr Vermieter keine Kinder duldet – ein ebensolches dauerhaftes Bleiberecht hat auch ein Tier – als vollwertiges Familienmitglied.

Kosten Hund:

Hunde kosten Geld, nicht nur die Anschaffung – auch der Unterhalt eines Hundes ist nicht umsonst: Futter, Körbchen, Leine, Pflegeprodukte und Spielzeug – alles rund um den Hund kostet seinen Besitzer Geld. Hinzu kommen Hundesteuer, Hundehaftpflichtversicherung, evtl. Hundeschule, Urlaub mit Hund oder die Betreuung für Ihren Vierbeiner im Bedarfsfall – die Liste möglicher Kosten ist lang. Als Tierhalter sind Sie nach dem Deutschen Tierschutzgesetz verpflichtet, Ihrem Hund im Bedarfsfall medizinische Versorgung zukommen zu lassen. Neben den regelmäßigen Impfungen, Wurmkuren sowie Zeckenschutzmitteln kann dies für Sie als Halter teuer werden, wenn z. B. chronische Erkrankungen auftreten! Besonders gegen Ende des Lebens Ihres Hundes können teure Tierarztbesuche anfallen.

Kosten Katze:

Katzen kosten Geld, nicht nur die Anschaffung – auch der Unterhalt einer Katze ist nicht umsonst: Futter, Körbchen, Kratzbaum, Transportkorb, Streu, Pflegeprodukte und Spielzeug – alles rund um den Hund kostet seinen Besitzer Geld. Hinzu kommt die Betreuung für Ihre Katze im Bedarfsfall – die Liste möglicher Kosten ist lang. Als Tierhalter sind Sie nach dem Deutschen Tierschutzgesetz verpflichtet, Ihrer Katze im Bedarfsfall medizinische Versorgung zukommen zu lassen. Neben den regelmäßigen Impfungen, Wurmkuren sowie Zeckenschutzmitteln kann dies für Sie als Halter teuer werden, wenn z. B. chronische Erkrankungen auftreten! Besonders gegen Ende des Lebens Ihres Hundes können teure Tierarztbesuche anfallen.

 

Hund und Katze

Alle in der Familie müssen auf das Tier vorbereitet sein Alle zum Haushalt gehörenden Personen müssen mit der Anschaffung eines Tieres einverstanden sein und sich der langfristigen Verantwortung, die mit der Tierhaltung einhergeht, bewusst sein. Es ist nicht zielführend, wenn ein Familienmitglied gegen dessen ausdrücklichen Willen von anderen „überstimmt“ wird. Klären Sie vor einer Erstanschaffung eines Tieres ab, ob eventuell eine Tierhaarallergie besteht. Je nach Ihrer derzeitigen Wohnsituation ist zudem zu überprüfen, ob das Einholen der Genehmigung Ihres Vermieters / Verwalters zur Tierhaltung erforderlich ist. Bedenken Sie, dass sich Ihre Wohnsituation auch einmal ändern könnte – ein Tier wegen eines Umzugs abzugeben, ist inakzeptabel!

Kinder und Tiere

Das Zusammenleben von Kindern und Tieren ist für beide Seiten eine Bereicherung. Für Kinder ist die altersgerechte Fürsorge für ein Tier persönlichkeitsfördernd. Kinder können lernen, für ein Tier in altersgerechter Weise Verantwortung zu übernehmen. Dennoch muss Ihnen als Erwachsenem klar sein, dass die Fürsorgepflicht allein Ihnen obliegt. Bei Familien sowie Alleinerziehenden mit kleinen Kindern muss jedoch bedacht werden, dass es anstrengend sein kann, einem Tier und dessen angemessenen Bedürfnissen parallel zur Kindererziehung gerecht zu werden. Beide Seiten (Kind und Tier) müssen lernen, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Dies ist für die Erziehungsberechtigten eine wichtige Aufgabe, die kontinuierliche Aufmerksamkeit erfordert. Kinder und Tiere sollen nie unbeaufsichtigt allein gelassen werden!

 

Die von uns vermittelten Hunde können meist problemlos mit Artgenossen und auch Katzen vergesellschaftet werden. Ein Jagdinstinkt gegenüber vermeintlichen Beutetieren (Kaninchen, Rehe, „fremde“ Katzen, kleine Hunde etc.) kann jedoch keinesfalls ausgeschlossen werden! Hunde bellen! Hunde, Katzen miauen  – das muss nicht immer leise sein. Wie stark und oft sie dies tun, ist auch Sache der Erziehung. Aber einen Hund, der nicht bellt, gibt es wohl kaum! Tiere können krank werden Wie jedes Lebewesen können auch Hunde erkranken. Dies gilt für Mischlinge aus dem Tierschutz und für Rassehunde gleichermaßen: Allergien, Infektionserkrankungen, Verletzungen, Arthrose, Krebs oder viele andere Erkrankungen sind auch bei Hunden und Katzen möglich. Zwar verfügen die von uns vermittelten Tierschutztiere meist über eine robuste Gesundheit, es sind jedoch auch hier Erkrankungsrisiken nicht auszuschließen (siehe z.B. Kasten: Infektionserkrankungen).

Infektionserkrankungen:

In südlichen Ländern kommen Erkrankungen vor, die auch in  Deutschland immer öfter vorkommen, u a. Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose und Dirofilariose. Diese Erkrankungen werden ausschließlich über Zecken oder Sandmücken übertragen, die in südlichen Ländern vorkommen. Eine Übertragung von Hund auf Hund oder von Hund auf Mensch wurde bisher nicht nachgewiesen! Die genannten Erkrankungen lassen sich vor der Ausreise – gerade bei Jungtieren – nicht zweifelsfrei ausschließen.

Alle vermittelten Tiere werden nach bestem Wissen von Tierärzten in dem Herkunftsland klinisch untersucht, ein Schnelltest auf die gängigsten Krankheiten durchgeführt und nur vollständig symptomfreie Tiere werden von uns vermittelt. Sie sollten jedoch nach spätestens 3 Monaten bzw., wenn das Tier 12 Monate alt ist, zur Sicherheit einen Bluttest auf Mittelmeererkrankungen durchführen lassen. Erst dann können Sie sicher sein, dass Ihr Tier keine Erkrankung hat, oder wenn doch, diese behandeln lassen.

 

Hunde brauchen Erziehung

Die Erziehung eines Hundes braucht Liebe, Konsequenz und vor allem Geduld. Dabei ist wichtig zu wissen, dass auch ein älteres Tier noch lernen kann – nicht nur ein Welpe. Bedenken Sie, dass ein Hund, der ohne Erziehung „nebenher“ laufen soll, auch unangenehme Eigenschaften entwickeln kann, die dann zur Abgabe des Tieres führen können. Dies muss durch angemessene Erziehung Ihres Vierbeiners vermieden werden.

Welpen sind zwar lernfähig und daher meist leichter zu erziehen, jedoch brauchen sie auch besonders viel Zuwendung und Geduld, z. B. beim Erlernen der Stubenreinheit oder in Bezug auf das Alleinsein. Einen Welpen können Sie keinesfalls längere Zeit allein lassen! Dies muss – genauso wie die Grundkommandos – in Ruhe und mit viel Geduld erlernt werden.

Auch ein älteres Tier kann noch vieles lernen! Hier hat der künftige Hundebesitzer bereits die Gewissheit über wesentliche Charakteristika des Tieres, und oftmals können ältere Tiere zudem schon stundenweise allein bleiben und sind stubenrein. Hunde brauchen Beschäftigung Jeder Hund muss beschäftigt werden! Die Beschäftigung mit Ihrem Hund sollte Ihnen daher auch Freude bereiten! Neben den Gassirunden – bei jedem Wetter! – möchte ein Hund auch geistig und körperlich gefordert werden. Besonders Welpen oder Junghunde verfügen über enorme Spiel- und Entdeckerfreude, die Sie befriedigen müssen, damit das Tier geistig und körperlich nicht verkümmert. Dies erfordert Zeit, die Sie mit Ihrem Vierbeiner gemeinsam verbringen „müssen“. Gemeinsames Spiel kann auch erzieherisch sein und fördert überdies den wichtigen Zusammenhalt zwischen Ihnen und Ihrem Tier.

Kein Tier darf während einer vollen Berufstätigkeit allein zu Hause verbleiben müssen. Bei ganztägig Berufstätigen ist daher zwingend eine Zwischenbetreuung zu gewährleisten.

Nicht jeder in Ihrer Umgebung wird Ihren Hund lieben Sie werden nicht bei allen Menschen in Ihrer Umgebung oder auf Reisen auf freudige Begeisterung stoßen, wenn Sie fortan in Begleitung eines Hundes durchs Leben gehen. Die Welt ist leider nicht überall hundefreundlich. Durch Ihr eigenes Verhalten können – und sollten! – Sie dazu beitragen, dass das Ansehen von Hundehaltern in der Öffentlichkeit insgesamt positiv besetzt ist. Dies kann manchmal anstrengend sein und mutet auch zeitweilig ungerecht an, dennoch ist es unverzichtbarer Beitrag für ein reibungsloses Miteinander zwischen Hundehaltern und Nicht-Hundehaltern.

Durch Ihr verantwortliches Handeln sorgen Sie dafür, dass das Zusammenleben von Mensch und Tier für alle Seiten angenehm verläuft und befördern auf diese Weise die Ziele des Tierschutzes!

 

Anytime for Animals e.V.

Menü schließen
×
×

Warenkorb