September 2019

Liebe Tierfreundin, lieber Tierfreund,

 den September möchten wir einem besonderen Thema widmen: unseren Handicap-Hunden. Wir möchten Ihnen zeigen, dass es gar keine so große Herausforderung ist, einem behindertem Fellchen ein Zuhause zu schenken. Lassen Besitzern von Hunden mit Handicap ihre Erfahrungen mit Ihnen teilen und stellen Ihnen unsere Handicap-Hunde vor. Und nun auf in die wunderbare Welt der Handicap´s!

 

Unsere Handicap´s erzählen ihre Geschichten

Hallo, mein Name ist Nena und ich möchte euch hier meine Geschichte erzählen:

es fällt mir schwer, meine Geschichte zu erzählen, denn obwohl ich schon 5 Jahre alt bin, habe ich nur schlechte Erfahrungen gemacht. Am schlimmsten waren die mit den Hundefängern. Dazu kommt noch, dass ich irgendwo in den 5 Jahren eines meiner Beinchen verloren habe. Ich weiß nicht mehr wo und wann, ist wahrscheinlich auch besser so. Diese ganzen Erfahrungen haben mich ein wenig zurückhaltend und ängstlich gemacht!

Wenn ich ehrlich sein soll, genau genommen nervt es mich, dass ich so geworden bin. Denn inzwischen wohne ich bei Animal Life Sibiu und kann spüren, dass nicht alle Menschen schlecht sind. Ich genieße es, Zuneigung zu bekommen und auch zu verteilen, mit meinen Artgenossen zu spielen, ja sogar an der Leine laufen habe ich schon probiert. Aber diese Ängstlichkeit schaffe ich einfach nicht, alleine zu bewältigen.

Die netten Mensch hier haben mir erzählt, dass es draußen Tierfreunde gibt, die damit Erfahrung haben und mir mit Liebe und Geduld beibringen könnten, dass das Leben aus tagtäglichem Spaß, Liebe und Freude bestehen kann. Deshalb stehe ich jeden Tag auf und denke ganz fest daran, dass so ein Tierfreund mich irgendwann hier entdeckt, mich zu sich holt und mir ein Körbchen schenkt!

Hallo, mein Name ist Sansa und ich möchte euch hier meine Geschichte erzählen:

Ich war mein Leben lang ein Hofhund, der seine Arbeit brav erledigt hat, damit mein Mensch, der mich füttert, auch stolz auf mich ist. Eines Tages habe ich mir das Bein bei der Arbeit verletzt. Mein Mensch hat aber gesagt, dass wäre nicht so schlimm und hat nichts unternommen. Und so vergingen die Tage und ich habe tapfer weiter meine Arbeit gemacht, bis zu dem Zeitpunkt, wo ich vor lauter Schmerzen meine Arbeit nicht mehr machen konnte, da mein Bein so unglaublich weh tat und sogar schon zu faulen anfing. Als mein Mensch das realisierte, hat er mich ins Auto gepackt und ich dachte, danke, dass Du mir hilfst. Zu meinem Entsetzen tat er dies aber nicht, sondern hat mich irgendwo aus dem Auto geworfen und ist verschwunden. Mein Mensch, dem ich so lange gedient habe, hat mich im Stich gelassen.

Ich dachte, jetzt ist es vorbei. Aber so eigenartig sich das anhört, aus meiner Leidensgeschichte wurde ab diesem Zeitpunkt eine Geschichte mit Herz. Denn ein guter Mensch hat den Vorgang beobachtet und gleich Tierschützer gerufen, die dann auch sofort gekommen sind, nur für mich! Man hat mich vorsichtig wieder in ein Auto gepackt und mit fliegenden Fahnen in die Tierklinik gebracht. Dort hat man festgestellt, dass es leider viel zu spät war, um mein Bein noch zu retten.

Aber hey, letzten Endes egal, ich habe es geschafft. Nun wohne ich im Tierheim, mit vielen Freunden; vielen mit Geschichten wie meiner. Wir haben alle ein Dach über den Kopf, jeden Tag etwas zu essen und Menschen, die sogar Zeit haben mit uns ab und an zu schmusen und zu spielen.

Und obwohl das jetzt schon mehr ist, als ich bisher hatte, wünsche ich mir nichts mehr, als einen guten Menschen für mich ganz alleine. Dem ich zeigen kann, wie gerne ich Dinge lerne, wie verschmust ich wirklich bin, wie anständig ich mit anderen Hunden umgehe und wie viel Spaß man selbst mit nur drei Beinen haben kann. Jemanden, der Verständnis hat, dass manchmal alles etwas langsamer geht oder dass ich schon noch das eine oder andere lernen muss. Diesem Jemand würde ich all meine Liebe, Zuneigung, Freude und Treue schenken.

Hallo, mein Name ist Pepper und ich möchte euch hier meine Geschichte erzählen:

Ich bin ganz neu hier bei Animal Life Sibiu und bin hier gelandet, weil mich jemand an der Straße gefunden und sofort zu diesen netten Tierschützern gebracht hat. Dort ist man ganz erschrocken, weil ich so ein schlimm verletztes Bein hatte. Deshalb haben sie mich gleich zum Tierarzt gebracht. Dieser hat versucht, mir schonend beizubringen, dass er mein Bein leider nicht retten könne und mich sofort operieren muss. Naja, damals hatte ich eh nicht wirklich eine Ahnung, was er mir eigentlich erzählt hat und dann hatte ich eh einen Filmriss. Als ich wieder aufwachte, war mein Bein weg. Und soll ich euch was sagen? Das war gar nicht schlimm, ganz im Gegenteil. Ich hatte endlich keine Schmerzen mehr und zu lernen, nur mit 3 Beinen ist echt nicht schlimm. Die lieben Mensch hier sagen, ich würde so toll zurecht kommen und sie wären überrascht, was ich trotz all der Strapazen für ein lieber und fröhlicher Hund wäre. Deshalb sind sie auch fest davon überzeugt, dass ich ein Für-immer-Zuhause finde. Dort müsse man zwar Verständnis haben, dass ich die große, spannende Welt entdecken und Abenteuer mit meinem Menschen erleben möchte, leider aber nicht immer gleich schnell in den Tag starten kann!

Hallo, mein Name ist Kuka und ich möchte euch hier meine Geschichte erzählen:

Autos sind böse, sehr böse! Nur blöd, wenn man niemanden hat, der einem lehrt, dass Autos böse sind. Und deshalb hatte ich einen ganz schlimmen Autounfall. Ich wusste ja nicht, dass man darauf achten muss, einem Auto nicht zu nahe zu kommen. Aber zu meinem großen Glück hat ein lieber Mensch mich zu Animal Life Sibiu gebracht und die haben sofort dafür gesorgt, dass sich gleich ein Doktor für Hunde (wusste gar nicht, dass es so was gibt) um mich kümmert. Der liebe Doktor hat wirklich alles gegeben und konnte deshalb mein Bein retten. Leider hat er es nicht mehr ganz funktionstüchtig hin bekommen. Deshalb kann ich mein Bein nicht ganz belasten und an manchen Tagen schwächelt es schon sehr.

Aber mal ehrlich, deshalb jammern finde ich ein bisschen kindisch. Immerhin habe ich es doch überlebt oder? Und mein Bein musste nicht abgenommen werden. Also ich finde das gut und deshalb übe ich auch kräftig jeden Tag, um noch besser mit meinem Handicap umzugehen. Naja, okay, einen Geschwindigkeitsrausch werde ich nie bekommen. Aber die Menschen hier haben mir erzählt, dass es sogar Hundemenschen gibt, die NICHT so versessen von stundenlangen Wanderungen, Radfahren, Joggen oder sonstigem sind. Und so einen Hundemenschen wünsche ich mir so sehr! Kennt ihr so einen? Wenn ja, dann erzählt ihm, dass ich eine ganz, ganz Liebe und Verschmuste bin. Ich mag sogar Kinder und Katzen, ja, nicht schlecht oder? Und falls bei dem Hundemenschen schon ein Kumpel wohnen würde, auch nicht schlimm. Ich habe Liebe für alle im Gepäck!

Hallo, mein Name ist Melody und ich möchte euch hier meine Geschichte erzählen:

„Es macht nichts, wenn es langsam vorangeht. Hauptsache du bleibst nicht stehen“(Konfuzius)

Aus Hundesicht ein sehr schlauer Spruch. Vor allem, wenn der Start ins Leben so steinig ist wie meiner. Ich kann euch nicht sagen, ob ich auf der Straße geboren wurde oder man mich dort ausgesetzt hat. Ja und selbst wir Welpen bräuchten in den ersten Monaten jemanden, an dem wir uns orientieren können und der uns die Welt zeigt. Leider gab es in meinem Leben niemanden und so kam was kommen musste, ich hatte einen ganz, ganz schlimmen Unfall. Mich fanden liebe Menschen, die im Tierschutz arbeiten und haben mich sofort zu Animal Life Sibiu gebracht. Dort hat man mich mehrfach operieren müssen. Sie haben mir erklärt, dass ich ganz viele Knochenbrüche hatte und dass es ihnen leidtut, dass sie mich monatelang in eine kleine Box sperren mussten. Aber die waren so lieb zu mir, dass ich das einfach ertragen habe, weil ich verstanden habe, dass sie das tun, damit ich die Chance habe, wieder laufen zu können. Und irgendwann kam der Tag, an dem die Boxtür aufging und man mir sagte: Komm Melody, entdecken wir die Welt!!! Ich kann euch sagen, was für ein Erlebnis, draußen zu sein, die Welt zu riechen und zu erkunden, mit Hundekumpels zu spielen und zu toben. Ja okay, so ausgiebig toben ist noch nicht machbar, aber ich trainiere ganz fleißig, damit meine Muskeln wachsen. Ich hatte eine Zeit lang Angst, dass man mich nicht mögen könnte, weil ich vielleicht manchmal einen etwas schlechteren Tag habe. Aber hier macht man mir Mut. Sie sagen, ich wäre so ein unkomplizierter, fröhlicher und vor allem verschmuster Hund, dass man sich keine Sorgen mache, ganz im Gegenteil, sie sind davon überzeugt, dass ich schneller alles lernen werde, als manch anderer!!!

 
  


Und so starte ich jeden Tag auf´s Neue ins Abenteuer

PS; Melody befindet sich auf eine Pflegestelle bei Hannover

Erfahrungsberichte von Frauchen mit dreibeinigen Hunden:

Betty, 1 Jahr alt, linkes Vorderbein verloren:

„Als ich Betty das erste Mal gesehen habe, war es auf einem Foto, halb verblutet, liegend auf einem OP-Tisch und ich dachte mir, um Gottes Willen, wie kann ein Welpe mit zwei Monaten schon so viel Schmerz in den Augen haben. Und damit war es um mich geschehen. Wusste ich, was auf mich zukommt, als ich mich für Betty entschieden habe? Nein, nicht wirklich. Woher auch, meine langjährige Hundeerfahrung bezog sich auf Hunde mit ellenlangem Stammbaum. Ich möchte es nicht schön reden. Einem behindertem Fellchen ein Zuhause zu geben, ist eine große Umstellung und natürlich auch mit ab und an auftretenden Sorgen verbunden. War es das wert? Selbstverständlich und egal, was schon war oder noch kommt, ich würde immer und jederzeit wieder einem Handicap ein Zuhause geben. Warum? Weil ich durch Betty gelernt habe, dass es vollkommen egal ist, ob man 4 oder 3 Beine hat, der Liebe zum Leben tut das nicht im Geringsten einen Abbruch. Seit Betty bei mir wohnt, staune ich jeden Tag auf´s Neue, lass mich von ihrer Energie und ihrer Freude anstecken und mitreißen. Nicht Betty muss sich bei mir bedanken, dass ich sie gerettet habe. Ich muss mich bei ihr bedanken, weil ich durch sie gelernt habe, was eigentlich wirklich wichtig ist. Vielen Dank liebe Betty für inzwischen 7 Monate Lebe, Liebe, Lache und Welpenwahnsinn.“

Bambi, 5 Monate, seit Geburt an ohne rechtes Vorderbein.

Bambi fehlt vermutlich schon von Geburt an das rechte Vorderbein. Sie ist zwar erst 5 Monate alt, kommt aber wunderbar damit zurecht. Ein Hund mit Handicap ist entschleunigt, da es durch das fehlende Bein etwas gemächlicher zugeht. Gassi gehen ist natürlich langsamer als mit Hunden, die vier Beine haben und auch im Alltag gibt es die eine oder andere Hürde zu überwinden. Bambi ist welpentypisch verspielt und möchte am liebsten den ganzen Tag herumtoben. Das lassen wir sie aber nur unter Aufsicht machen und auch nur für eine gewisse Zeit, damit sie sich nicht überanstrengt.

Meine persönliche Meinung? Es ist erstaunlich, wie gut unsere Haustiere mit ihrem Handicap zurecht kommen und ihren Weg trotz aller Widrigkeiten meistern. Wir können uns alle eine Scheibe davon abschneiden. Egal, ob von Geburt an oder durch einen tragischen Unfall; unsere Superhelden glauben an die Liebe und das Leben! Danke, dass ich ein Teil derer sein darf, die diese Superhelden auf ihrem Weg begleiten dürfen!

Daggi, 9 Jahre, fehlendes rechtes Hinterbein

Nach dem Tod unseres Hundes dachten wir, man könnte es ja auch mal ohne Haustier versuchen. Mal frei sein, nicht auf die Uhr schauen…Nach einigen Wochen war klar: tolle Idee, nur nix für uns. Also zog unser kleiner Dackel-Bassettmix aus der Slowakei ein. Wie sich herausstellte, ein Angsthund, der viel Liebe und Sicherheit brauchte. Wir haben uns also nach einem souveränen Zweithund umgeschaut, der dem Kleinen als Hundepartner Entspannung vorleben konnte. Im Internet sah ich das Foto eines Hundegesichtes…und war sofort verliebt. „Rüde mit Handicap“ stand darüber. Hmm…was konnte er haben? Blind, taub…? Beim Öffnen und Ansehen der Fotos sah ich, dass ihm das rechte Hinterbein fehlte. Sah schon erstmal komisch aus bei einem so großen Hund. Hatte dann erstmal anderes zu tun in den nächsten Tagen, aber sein Blick ließ mich nicht los. Ich machte mich schlau über ihn bei der Tierschutzorganisation, ließ mir ein Video schicken, informierte mich über zu erwartende Spätfolgen bei meiner Tierärztin… Zum Schluss stand fest: wir holen ihn. Wenig später kam er angeflogen aus der Türkei…und war einfach nur ein Herz auf drei Beinen! Ein entspannter liebenswerter Hund, dem sein fehlendes Bein nicht zu fehlen schien. Er rannte und tobte wie jeder Vierbeiner auch. Bei Spaziergängen fiel vielen gar nicht auf, dass da was fehlt. Und er war eine große Stütze für unseren kleinen Angsthasen, genau wie erhofft. 

Unser Dreibein war etwa 5 Jahre, als er zu uns kam. Mit den Jahren, nun ist er 9, wurde er ruhiger, die Spaziergänge wurden kürzer, und man merkte, dass ihn das fehlende Bein doch manchmal ärgerte. Es gab gute und schlechte Tage, und je nachdem machte er es einfach so, wie ihm danach war. Je nach Befinden bekam er tageweise ein leichtes Schmerzmittel. Wir haben ihm von Anfang an gelenkunterstützende Ergänzung gegeben, haben ihn aber sonst einfach Hund sein lassen. Er brauchte keine Teppiche, um auf glattem Boden zu laufen, hat sich einfach angepasst. Blöde Kommentare der Mitmenschen gab es bei uns nicht, eher Interesse und Fragen, was dahintersteckt. Wir dachten immer, ein Rollstuhl ist vielleicht das, was mal auf ihn und uns zukommen wird, nur kam uns dann seine Krebserkrankung dazwischen. Wir wissen nicht, wie lange es noch geht mit ihm. Wir haben die Gewissheit, einen der liebsten und treuesten, loyalesten und in sich ruhenden Hund, der einfach nur lieben und geliebt werden will, bei uns zu haben und ihm ein gutes Leben zu schenken. Dass er Dreibein ist, war nie ein Thema, das Priorität hatte

Buchtipp

Sie glauben uns das alles nicht? Denken sich, dass es doch gar nicht sein kann, dass das Positive bei einem Handicap-Fellchen so überwiegt, dass alle das Negative unter den Tisch fallen lassen? Deshalb möchten wir allen Skeptikern dort draußen folgendes Buch ans Herz legen:

 

„Anders – aber trotzdem glücklich. Hunde mit Handicap“ von Anke Dalker

Klappentext: Von Albina bis Zausel – jeder ist ein besonderer Hund, weil er ein Handicap hat, dass ihn von normalen Hunden unterscheidet: er ist körperlich behindert, alt, krank oder reagiert aufgrund seiner Erfahrungen verhaltensauffällig. Die über 60 hier zusammengetragenen Geschichten zeigen, dass Hunde mit Handicap trotzdem glücklich sind und ihren Menschen viel Freude bereiten. Dennoch spricht manch einer ihnen das Recht zu leben ab. Dieses Buch beseitigt Zweifel und räumt mit Vorurteilen auf. Hunde mit Handicap sind Kämpfer mit dickem Fell und nicht selten echte kleine Stars.

Besondere Fellchen brauchen besondere Menschen

 

Und nun möchten wir Ihnen einen ganz besonderen Menschen vorstellen. Dieter Pfaff, der sein Leben und seine Arbeit nur den Handicaps widmet:

Pfaff Tierorthopädie

Seit 1988 versorge und behandle ich kranke, verletzte, behinderte und versehrte Menschen mit individuell maßgefertigten Orthesen, Prothesen, Rollstühlen und vielen anderen orthopädischen Hilfsmitteln.

Erlernt habe ich diesen Beruf in der orthopädischen Abteilung der Justus Liebig Universitätsklinik Gießen. Hier konnte ich 6 Jahre intensive, praktische Erfahrung am Patienten, in direkter Zusammenarbeit mit den behandelnden Orthopäden und Physiotherapeuten, sammeln. Versorgungen von Amputationen, neurologischen Indikationen, Korrekturen von Fehlstellungen an Muskel- Band- und Haltungsapparat.

Mit der Versorgung von Tieren befasse ich mich seit 1994.

Hier gilt für mich der gleiche Grundsatz wie in der Humanmedizin: Theoretisches Wissen, Praxiserfahrung und Einfühlungsvermögen sind die Voraussetzung um medizin-technische Problemlösungen zu finden und um diese erfolgreich umzusetzen.

Im Jahr 2000 legte ich die Meisterprüfung erfolgreich ab und seit einigen Jahren widme ich mich nur noch den tierischen Leiden.

Ein paar Auszüge seiner Arbeit:

 

Orthetik – Körperunterstützende Hilfsmittel

Orthesen werden auch gerne als Schiene oder Brace bezeichnet.

Eine Ortheseist ein orthopädisches Hilfsmittel, das zur Unterstützung von eingeschränkt funktionstüchtigen Körperteilen zum Einsatz gebracht wird. In der Tierorthopädie ist dies nur nach einem exakten, individuellen Gipsabdruck herzustellen.

1- 2 Termine(Gipsabdruck / Anpassung) sind notwendig. Für ein passgenaues Hilfsmittel müssen Sie mit Ihrem Tier zu mir kommen.

Je nach Diagnose wird eine fixierende, teilbewegliche oder gelenkbewegliche Orthese eingesetzt.

Voraussetzungen für eine Prothesenanpassung

Amputationshöhen am vorderen und hinteren Lauf

Wieviel sollte vom Lauf erhalten sein um eine Prothese noch anpassen zu können?

Vorderer Lauf:

mind. 50% von Elle und Speiche (Ullna / Radius) sollten erhalten sein um eine Prothese anpassen zu können, je mehr desto besser.
Ist das Handgelenk / Karpalgelenk erhalten, sind die Voraussetzungen für eine Prothese gut. Bleibt mehr erhalten sind die Voraussetzungen optimal, z.B. bei einer Pfotenamputation. Das Gleiche gilt für den hinteren Lauf mit dem Unterschied, dass keine Prothese mehr angepasst werden kann wenn über dem Tarsalgelenk / Sprunggelenk amputiert wird.

Hinterer Lauf:

Das Sprunggelenk / Tarsalgelenk muss erhalten werden / vorhanden sein, sonst ist eine Prothesenanpassung so gut wie unmöglich.

Wird zu viel amputiert / ein zu kurzer Stumpf, ist eine Prothese nicht mehr anzupassen, da eine Prothesen-Fixierung und die sichere Steuerung der Prothese verloren gehen.

Rollwagen nach Maß gefertigt:

Grundsätzliches zu einem Rollwagen

Voraussetzungen:

Ist die Vorderbeinkraft Ihres Tieres normal und Ihr Tier hat einen klaren, wachen Kopf, dann ist die Versorgung mit einem Rollwagen grundsätzlich und problemlos möglich. Urinieren und Kot absetzen im Wagen ist durch die speziell anatomisch geformten Hygieneausschnitte in der Becken-Trageaufhängung gewährleistet.

Sicher seid Ihr da draußen es gewohnt, dass wir nun am Ende unseres Newsletters bruzzeln, backen oder rühren. Leider müssen wir euch diesmal enttäuschen. Heute möchten wir mit Ihnen eine Runde basteln. Sie haben jetzt auf den letzten Seiten so viel über Handicaps und das Zusammenleben mit Ihnen erfahren, deshalb möchten wir allen, die bereits einen vorderbeinamputiertes Fellchen haben, einen kleinen Tipp mitgeben:

Das Sturzbomberkissen

Material:

  • 50 cm Softshell-Stoff (eignet sich hervorragend, da er wasser- und schmutzabweisend ist und nicht ausfranst)
  • Nähmaschine
  • Füllwatte
  • Hosengummi, 5 mm breit
  • Klettband selbstklebend, ca. 1,5 cm breit und ca. 20 cm lang

Messen Sie den Brustumfang Ihres Fellchens und geben noch 2 cm dazu (Länge des Sturzbomberkissens) und die Breite ist die Mitte des verbliebenen Vorderbeines links und rechts jeweils 10 cm dazu x2, da Sie den Stoff ja noch über die Längsseite zusammenklappen müssen.

Nun legen Sie auf eine offene linke Seite den Gummi und nähen ihn auf Zug über die ganze Längsseite fest. Nun den Stoff links auf links falten und die offene untere und seitliche Naht schließen, oben offen lassen.

Füllen Sie in die unteren 2 Drittel soviel Watte, dass eine Dicke von ca. 1-1,5 cm entsteht. Gleichmäßig verteilen und punktuell absteppen.

Messen Sie nun den Umfang des verbliebenen Beines und geben Sie 4 cm dazu. Zeichnen Sie in das obere Drittel des Kissens nun den Kreis mit dem gemessen Umfang, schneiden diesen aus und nähen ihn zu.

Nun schneiden Sie aus dem restlichen Stoff zwei Stoffstreifen ca. 40 cm lang und 3 cm breit. Legen Sie ca. 3 cm in das Kissen (einen Streifen Anschluss linke Seite und einen Anschluss rechte Seite) und nähen Sie die Oberseite zu.

Auf die Mitte der Stoffstreifen nähen Sie nun die eine Hälfte des Klettbandes an. Nun geht es ans Austesten. Ziehen Sie ihrem Fellchen das Sturzbomberkissen an und messen aus, wo die ideale Stelle ist, die andere Hälfte des Klettbandes festzunähen. Fertig! Und so soll es im besten Fall dann aussehen:

Liebe Grüße sendet das gesamte Team von Ein Herz für Fellnasen in Not e.V., Vilshofener Hunderettung und Tiertafel e.V. und Anytime for Animals e.V.

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